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Fuchsienkurier 2/2006

Aktuelles aus der Zeitung

4. Februar 2006






Westf.Rundschau 7/98

Fuchsien Bonsai sind wegen der schwieriegen Pflege
eine Seltenheit. 18 von Stefan Brunnerts Exemplaren
sind derzeit bei der bayrischen Landesgartenschau zu
sehen.



Lichtendorf: Ein paar schritte nur trennen den Asphalt vor Stefan Brunnerts Haustür von einer anderen Welt. Fremde Landschaften tun sich dort auf: Eine Wiese mit einer knorrigen Eiche, ein ganzer Wald aus Lärchen. Alles in seinem Garten hinter dem Haus und alles en miniature. "Landschaften in der Schale" , erklärt Brunnert. Auf japanisch: Bonsai.

Das sei in etwa die Übersetzung für die jahrhundertealte Form der Garten kunst, der er sich seit 10 Jahren mit Hingabe witmet, erklärt der 33 jährige und räumt dabei gleich mit einem Mißverständnis auf. "Eine kleine Pflanze ist noch lange kein Bonsai." Wichtig ist etwas ganz anderes, betont der Herr über mehr als 120 Bäume. "In einem Bonsai muß man sich vertiefen können, das Gefühl haben, man steht mitten in der Natur vor einem Baum."

Dafür sorgt stetiges Beschneiden, das den Wuchs in die Höhe hemmt und ihn in andere Richtungen umleitet. Alter und Standfestigkeit sollten die Bäumchen ausstrahlen, denn "jamadoris" nachemfunden. "So nennt man in Japan die knorrigen Findlinge, die an kargen Stellen in zerklüfteten Gebirgen wachsen." erklärt Brunnert. "Sie wurden früher aus den Bergen hinab ins Tal gebracht und als Gottheiten verehrt.

Um ähnliche Unikate im Kleinformat aus ganz normalen Setzlingen zu züchten, gilt es, strenge Regeln zu befolgen: "Der Wurzelansatz sollte sichtbar sein; die unteren Äste müssen dicker als die oberen sein, so daß der Baum stark und breit wirkt", sagt der Bonsai-Liebhaber und zupft vorsichtig ein paar Nadeln aus dem Lärchenwäldchen.


Nur wenige zentimeter hoch:dieser Lärchenwald. Erst der Vergleich der Dimensionen macht das Miniatur format deutlich.

Nicht nur das Wachstum der Blätter oder Nadeln wird begrenzt: "Die Pfahlwurzel "- normalerweise die Hauptversorgungsader-"wird abgeschnitten, damit die restlichen Wurzeln in die Breite wachsen", so Brunnert.

Für eine Ausdehnung des Wurzelwerks nach unten lassen die flachen Pflanz gefäße keinen Platz. Der karge Untergrund speichert kaum Feuchtigkeit , des halb muß ein Bonsai mehrmals täglich gegossen werden. "Also nichts für ungeduldige", meint Brunnert. Er selbst kann warten: "Wenn ich merke, eine Pflanze geht als Bonsai nicht gut an, pflanze ich sie zurück und lasse sie normal weiterwachsen, bis sie soweit ist das kann drei Jahre dauern."

Kein Wunder, daß Brunnert seine Kunstwerke zwar für Ausstellungen zur Verfügung stellt, aber nicht verkaufen mag- obwohl Prachtexemplare Rekort preise erreichen können: "Beim letzten Treff des Bonsaiclubs NRW gab es ein Bäumchen für 30.000,- Mark, einen 150 Jahre alten Direktimport aus Japan", berichtet Brunnert. Im Heimatland der Bonsaikunst würden gar Preise von bis zu einer Millionen Mark erziehlt. "Die schönsten Stücke aber kommen dort gar nicht in den Handel, sondern werden weitervererbt."

Klar, was er von den Pflänzchen hält, die "von drei Mark aufwärts" an in Gartencentern als Bonsai veilgeboten werden. "Da gießen und beschneiden die Gärtner 600 Bäumchen in einem Rutsch", meint er. "So wächst alles Mögliche- nur kein Baum mit Charakter!"

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